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Der häusliche Lehrerarbeitsplatz

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Vorsicht bei personenbezogenen Daten

Computer, Tablets und PCs sowie das Internet gehören längst zum Berufs- und Schulalltag von Lehrerinnen und Lehrer. Denn die Möglichkeiten, die der Einsatz moderner Medien für den Unterricht und seine Vorbereitung bietet, sind nahezu unerschöpflich. Doch die Nutzung von Medien und Internet sowie die Speicherung und Verarbeitung von Daten birgt auch Gefahren, derer sich viele nicht bewusst sind.

Meist werden personenbezogene Daten am Arbeitsplatz, also in den Diensträumen innerhalb der dort bereitgestellten IT-Infrastruktur verarbeitet. In diesem Fall haben die für die Datenverarbeitung Verantwortlichen jederzeit die Kontrolle über einen ordnungsgemäßen Umgang mit den gespeicherten Daten. Für Lehrkräfte, die ihren Unterricht überwiegend von zuhause aus planen und vorbereiten, sind diese Möglichkeiten nicht oder nur eingeschränkt gegeben. An den rechtlichen Rahmenbedingungen ändert dies jedoch nichts: Sie gelten auch für den heimischen Arbeitsplatz.

Arbeiten Lehrerinnen und Lehrer am heimischen PC mit personenbezogenen Daten von Schülerinnen und Schülern, sind zahlreiche datenschutzrechtliche Vorschriften zu beachten. In diesen Fällen ist vorab die PC-Nutzung  der Schulleitung anzuzeigen. Außerdem müssen personenbezogene Daten technisch gesondert abgesichert werden, um die Schülerinnen und Schüler vor einer missbräuchlichen Verwendung ihrer Daten zu schützen. Grundsätzlich gilt: Die Schulleitung bleibt für die Datenverarbeitung verantwortlich – auch, wenn diese auf den privaten Rechnern der Lehrkräfte ruhen.

Was ist erlaubt und was nicht? – Ein Beispiel

Gesetzlich ist es möglich, z. B. Klassenlisten mit verschiedenen Sortierungen zu erstellen oder ein Notenbuch mit den Mitteln der EDV zu führen. Auch die Arbeit mit einem Zeugnisprogramm ist erlaubt. Nicht erlaubt ist es dagegen, die gesamten Daten aller Schülerinnen und Schüler einer Schule (etwa zur Statistikerstellung) in einem privaten Programm auf dem eigenen Rechner zu verarbeiten.

Damit die Schuldaten auf dem heimischen Rechner sicher sind

Sowohl vom Schulgesetz als auch von der Datenschutzverordnung wird den Lehrkräften zugestanden, personenbezogene Daten von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern am häuslichen Arbeitsplatz automatisiert, also unter Nutzung eines Computers, zu verarbeiten und zu speichern. Dies ist jedoch ausdrücklich nur unter Einhaltung bestimmter Sicherheitsvorkehrungen möglich:

  • Der häusliche Rechner muss über einen aktuellen und zuverlässigen Virenschutz verfügen. Grundsätzlich müssen personenbezogene Daten zugangsgeschützt und verschlüsselt gespeichert werden. Um sie von privaten Daten problemlos unterscheiden zu können, müssen diese Daten auf getrennten Datenträgern aufbewahrt werden (beispielsweise einem USB-Stick oder einer externen Festplatte), die verschlossen und zugangsgesichert aufbewahrt werden können.
     
  • Das Betriebssystem des Rechners muss vom Hersteller regelmäßig mit aktuellen Sicherheitsaktualisierungen versorgt werden. Diese sollten automatisch installiert werden, entsprechend der Standardeinstellung des Herstellers (ist bei Windows XP beispielsweise nicht mehr der Fall!).
     
  • Verwenden Sie einen aktuellen Webbrowser. Der Webbrowser (z. B. Internet Explorer, Mozilla oder Firefox) inklusive der Browsererweiterungen wie etwa Flash oder Java müssen aktuell sein. Bei neuen Browserversion erfolgt die Aktualisierung automatisch. In regelmäßigen Abständen werden Sie gefragt, ob die Browsererweiterung aktualisiert werden soll.
     
  • Nutzen mehrere Personen denselben Computer, müssen Benutzerkonten eingerichtet werden. Wenn der Computer noch von anderen Personen benutzt wird,  ist seitens der Lehrkraft ein eigenes Benutzerkonto auf dem Rechner zu erstellen. Ohne Benutzerkonten kann jede Person, die den Rechner nutzt, ausnahmslos alle Daten einsehen.
     
  • Die Datenträger müssen regelmäßig überprüft und bereinigt werden. Die Informationen sind zeitnah in die Schul- und Schülerakten zu übertragen. Danach entfällt die Notwendigkeit der häuslichen Speicherung. Die Datenträger sind entsprechend regelmäßig zu überprüfen und zu bereinigen.
     
  • Personenbezogene Daten müssen geschützt, verschlüsselt und anonymisiert werden. Werden personenbezogene Daten zwischen dem häuslichen Arbeitsplatz und der Schule auf mobilen Datenträgern hin und her transportiert, so ist ein der Schutzbedürftigkeit der Daten angemessenes Verschlüsselungssystem zu verwenden. Speichert man Dokumente mit personenbezogenen Aussagen nur deshalb, weil man sie als Vorlage für spätere ähnliche Dokumente verwenden will, so müssen sie vor dem Speichern anonymisiert werden, so dass auch bei zufälligem Bekanntwerden kein Rückschluss auf den ursprünglichen Adressaten gezogen werden kann.

Grundlage dieser Vorgaben ist der Erlass „Verarbeitung personenbezogener Daten am häuslichen Arbeitsplatz der Lehrkraft“ vom 21. August  2009, (Amtsblatt 9/2009, S. 726). Hinweise, Hilfen und geeignete Programme finden Sie auf der Internetseite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik .

Nützliche Tipps für einen (daten)sicheren Schulalltag

USB-Sticks: Zur Vorbereitung des Unterrichts leisten USB-Sticks unschätzbare Dienste. Wenn die Sticks jedoch an Rechner in der Schule angeschlossen werden sollen, gilt es zu beachten, dass diese vorab durch spezielle Software verschlüsselt werden.  Einige USB-Sticks bringen diese Möglichkeit beim Kauf schon mit und eignen sich daher besonders für den Einsatz in der Schule. 

Passwörter: Wählen Sie „starke“ Passwörter aus. Diese zeichnen sich durch mindestens acht Zeichen aus, bestehen aus großen und kleinen Buchstaben, enthalten Sonderzeichen, setzen sich aus nicht lesbaren Wörtern zusammen und sind in keinem Wörterbuch zu finden.

Schüler-Handys: Auch wenn im schlimmsten Fall der Verdacht auf einen Missbrauch besteht, dürfen Sie nicht einfach in Schüler-Handys schauen – das darf nur die Polizei.

Einverständniserklärung der Eltern: Holen Sie sich bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern das generelle Einverständnis der Eltern ein, um ein Foto von der Klasse machen und verwenden zu dürfen für beispielsweise die Klassenliste oder den Sitzplan. Auch von volljährigen Schülerinnen und Schülern muss eine Einverständniserklärung eingeholt werden – idealerweise zu Beginn des Schuljahrs.

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