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Lehr- und Lernprozesse

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Lehr- und Lernprozesse in Schule und Fortbildung gestalten

„Die Schule ist so zu gestalten, dass die gemeinsame Erziehung und das gemeinsame Lernen aller Schülerinnen und Schüler in einem möglichst hohen Maße verwirklicht wird und jede Schülerin und jeder Schüler unter Berücksichtigung der individuellen Ausgangslage in der körperlichen, sozialen und emotionalen sowie kognitiven Entwicklung angemessen gefördert wird. Es ist Aufgabe der Schule, drohendem Leistungsversagen und anderen Beeinträchtigungen des Lernens, der Sprache sowie der körperlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung mit vorbeugenden Maßnahmen entgegenzuwirken.“ (Hessisches Schulgesetz in der Fassung vom 14. Juni 2005 (GVBl. I S. 441), zuletzt geändert durch Gesetz vom 21. November 2011 (GVBl. I S. 679), §3 (6).

Individuelle Entwicklung im Fokus

Die Entwicklung aller Schülerinnen und Schüler fördern, das Lernen effektiver gestalten und an den grundlegenden Problemen in Schule und Bildung ansetzen, bedeutet vor allem auch die individuellen Lernprozesse in den Blick nehmen. Daraus lassen sich Konsequenzen für die Gestaltung des Unterrichts ableiten, aber ebenso für die Lehrerausbildung und die Fortbildung. Auf dieser Internetseite stellen wir Ihnen einige Ansätze und Forschungsergebnisse vor, die sich auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der schulischen Lehr- und Lernprozesse beziehen.

Optimale Förderung aller Kinder und Jugendlichen

GrafikDie Absichtserklärung, wie sie nach Verabschiedung der Bildungsstandards in der Gesamtstrategie der KMK formuliert wurde, hat bis heute nichts an ihrer Aktualität eingebüßt: „Es gehört zur gesamtstaatlichen Verantwortung im Schulwesen, eine optimale Förderung aller Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und familiären Situation zu gewährleisten. Dafür müssen für einzelne Bildungseinrichtungen wie für gesamte Bildungssysteme entsprechende Ziele festgelegt und systematisch überprüft werden. Bildungsziele beziehen sich auf unterschiedliche Gegenstandsbereiche und betreffen das Handeln unterschiedlicher Ebenen. Wurde in der deutschen Schuldebatte traditionell vor allem auf Strukturen, die Festlegung von inhaltlichen Vorgaben und die Ausstattung von Schulen besonderer Wert gelegt, so sind in jüngster Zeit, angeregt durch die PISA-Ergebnisse, Prozesse und Ergebnisse des Lernens verstärkt in den Vordergrund gerückt.“(aus: Gesamtstrategie der Kultusministerkonferenz zum Bildungsmonitoring, Bonn 2006, S. 1)

Aktive Begleitung von Lernprozessen

Ein Veränderungsprozess im Interesse der Schülerinnen und Schüler, so legen Ergebnisse aus der Bildungsforschung nahe (Hattie, Timperley, Maier u. a.), sollte Räume zu einer aktiven Begleitung von Lernprozessen schaffen, Schritt für Schritt formative Beurteilungsverfahren im pädagogischen Alltag etablieren und zugleich die Bedeutung der Selektionsfunktion von Bewertungsprozessen in der Schule verringern. Dazu bedarf es einer systematischen Kooperation aller Akteure im Bildungssystem. Auf schulischer Ebene bedeutet dies, individuelle Prozesse und Ergebnisse des Lernens verstärkt in den Blick zu nehmen und Lehr- und Lernsituationen zu gestalten, in denen Lernende im sozialen Zusammenhang ihre persönlichen Potenziale zunehmend besser entfalten können.

Fragen

Wie kann dies gelingen? Wie  kann zunehmend eine gemeinsame Vorstellung von Lehren und Lernen zur Entwicklung individueller Potenziale entstehen? Wie können in diesem Sinne individualisierte Lehr- und Lernprozesse dazu beitragen, dass wünschenswerte Ziele, z. B. zum Abschluss der Schulzeit, erreicht werden?

Prozessmodelle zur Unterstützung der Unterrichtsentwicklung und der Fortbildung 

Die Diskussion dieser Fragen führte im Zusammenhang mit der Einführung der hessischen Kerncurricula und Bildungsstandards im Jahre 2011 zur Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe, aus deren Wirken heraus ein Prozessmodell entstanden ist („Auf dem Weg zum kompetenzorientierten Unterricht – Lehr und Lernprozesse gestalten“), das sich auf das Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden in der Schule bezieht.

Im Anschluss arbeitete eine abteilungsübergreifende Projektgruppe an einem Fortbildungskonzept „Individueller Kompetenzerwerb durch zielbezogene Förderung". Das Konzept baut unter anderem auf dem Prozessmodell für Lehr- und Lernprozesse in der Schule auf. Ein zentrales Element des Modells für die Fortbildung ist die Kopplung von Unterrichts- und Fortbildungszyklen, wodurch die Wahrnehmung der Entwicklung von Schülerinnen und Schülern während des Fortbildungszyklus ermöglicht wird.

Etablierung einer Feedbackkultur

Michael Katzenbach, der Projektleiter, formuliert in einem Artikel die folgende Hoffnung:

"Aus der Arbeit der hessischen Projektgruppen heraus sind Prozessmodelle für Lehr- und Lernprozesse in Schule und Fortbildung entstanden, die auf einer gleichen Grundstruktur mit fünf Handlungsfeldern aufbauen. Die Interaktion von Lehrenden und Lernenden steht im Zentrum. Die mit den Modellen verbundene Absicht, Lehrkräften und Fortbildenden hiermit eine Unterstützung zur gemeinsamen Verständigung über gelingende Lehr- und Lernprozesse und für die gemeinsame Planung und Reflexion zu geben, wird dann realisiert, wenn hiermit ein Beitrag zur Bearbeitung dringender Probleme im Bildungsbereich geleistet werden konnte. Es ist zu wünschen, dass die Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Prinzipien des Prozessmodells in den verschiedenen Aktionsfeldern im Bildungsbereich, z. B. einer forschenden Grundhaltung in der eigenen Tätigkeit, zur Entwicklung wirkungsvoller Programme führt, die in einer Wirkungskette von Politik zur Praxis gesteuert werden. Dazu gehört auch der Aufbau von hochwirksamen Elementen wie einer Feedbackkultur in der von Hattie und Timperley beschriebenen Weise."

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Ansprechpartnerin

Birgit Fluhrer
E-Mail: Birgit.Fluhrer@kultus.hessen.de
Tel.: 06723 887900

Artikel

Verständigung über Lehr- und Lernprozesse in Schule und Fortbildung 
Michael Katzenbach, in: Schulleitung und Schulentwicklung, Raabe Fachverlag 2013

Mit den Augen der Lernenden 
Dorothea Gaile, Walter Zoubek, in: Bildung bewegt Nr. 13, 2011

Investitionen in Fortbildung sind Investitionen in die Zukunft 
Interview mit Professor Frank Lipowsky, in: Bildung bewegt Nr. 13, 2011

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