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Qualitätsbereich I: Voraussetzungen und Bedingungen

QB I
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Dieser erste Qualitätsbereich beschreibt rechtliche und gesellschaftliche Voraussetzungen und Bedingungen, die die Schulqualität schon im Vorfeld beeinflussen. Dazu gehören bildungspolitische und rechtliche Rahmenvorgaben, die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft, personelle und sachbezogene Ressourcen, Unterstützungsangebote für die Schulen sowie das Bildungsangebot im regionalen Umfeld. Die einzelnen Dimensionen stecken die äußeren Rahmenbedingungen ab, unter denen Schulen zu arbeiten haben. Diese Bedingungen sind bei der konkreten Gestaltung von Bildungs- und Erziehungsprozessen zu berücksichtigen.

Dabei ist es offensichtlich und durch zahlreiche Befunde aus der Schulforschung belegt, dass Schulen mit solchen Rahmenbedingungen unterschiedlich gut umgehen können. Dies hängt mit der Unterschiedlichkeit ihrer Gestaltungsprozesse zusammen, die letztendlich die Schul- und Unterrichtsqualität ausmachen. Qualität ist also die bestmögliche Verwirklichung von Zielsetzungen unter vorgefundenen Bedingungen. Diese Bedingungen sind im Qualitätsbereich I zusammengestellt und müssen bei der Selbsteinschätzung und der Beurteilung von Schulen immer berücksichtigt werden.

Während der Qualitätsbereich I die Voraussetzungen und Bedingungen thematisiert, unter denen eine Schule zu arbeiten hat, erfassen die nachfolgenden Qualitätsbereiche II bis VI die Ausgestaltung der Vorgaben bzw. die Prozesse, mit denen die Schule auf die genannten Voraussetzungen und Bedingungen reagiert. Wirkungen und Ergebnisse dieser Arbeit bzw. Prozesse werden im Qualitätsbereich VII betrachtet.

Im Gegensatz zu den übrigen Qualitätsbereichen, in denen im Einzelnen Kriterien für Schulqualität definiert werden, lassen sich solche Kriterien nicht für alle Dimensionen des Qualitätsbereichs I beschreiben. So können die Dimensionen I.1 („Bildungspolitische und rechtliche Vorgaben“) und I.2 („Schülerschaft und Schulumfeld“) nicht mit Kriterien hinterlegt werden. Die rechtlichen Vorgaben sind für die Schulen verbindlich. Die Schulen müssen sie kennen und ihre Planungen auf dieser Grundlage und in diesem Rahmen gestalten. Die Schülerschaft mit ihren Potenzialen und Prägungen finden die Schulen zunächst einmal vor, ohne hierauf selbst Einfluss nehmen zu können. Die Skizzierung einer beispielsweise nach Sozialschicht, Migrationsstatus und kognitiven Grundfähigkeiten „wünschenswerten Schülerschaft“ ist nicht sinnvoll. Worum es vielmehr geht, ist die Gestaltung der Prozesse für diese Schülerschaft im Rahmen der gegebenen Voraussetzungen.

Etwas anders stellt sich die Situation in den drei weiteren Dimensionen des Qualitätsbereichs I dar (I.3 „Personelle und sächliche Ressourcen“, I.4 „Externe Unterstützung“ und I.5 „Bildungsangebote am Schulstandort bzw. in der Region“). Zwar gilt auch hier, dass die Schulen zunächst einmal die diesbezüglichen Bedingungen ihrer Arbeit vorfinden, ohne sie gestalten zu können. Anders als bei I.1 und I.2 kann in diesen Dimensionen jedoch geprüft werden, ob diese vorgefundenen Verhältnisse eine adäquate Realisierung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der jeweiligen Schulen ermöglichen. Eine solche Prüfung kann mit Hilfe der den Dimensionen I. 3 bis I. 5 zugeordneten Kriterien sowie mit darauf bezogenen aufschließenden Fragen und möglichen Anhaltspunkten erfolgen.

Wie die Schulen dann im Weiteren mit allen im Qualitätsbereich I thematisierten Voraussetzungen und Bedingungen ihrer Arbeit umgehen, wie sie die vorgefundene Ausgangslage in ihren Prozessen gestalten, ist im HRS Gegenstand der nachfolgenden Qualitätsbereiche II bis VI.

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Sachgebiet I.3-6

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Sachgebiet I.3-6: Hessischer Referenzrahmen Schulqualität
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