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Weiterbildung zum Grundschullehrer startet

06.04.2017 - Pressemitteilung

Pressemitteliung des Hessischen Kultusministeriums vom 06.04.2017:

Bereits am 1. Juni startet ein neues Programm zur Qualifizierung für das Lehramt an Grundschulen in Hessen. Die Weiterbildung wird von der Hessischen Lehrkräfteakademie organisiert und sieht 200 Plätze zur Deckung des Lehrkräftebedarfs an Grundschulen vor. „Ich freue mich sehr, dass es uns in so kurzer Zeit gelungen ist, ein Programm auf die Beine zu stellen, mit dem wir die für das kommende Schuljahr prognostizierte Lücke zu einem großen Teil schließen können“, erklärte der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute in Wiesbaden. „Unser Ziel ist es zu Schuljahresbeginn alle zur Verfügung stehenden Lehrerstellen auch mit Personen zu besetzen.“ Dem dienen sowohl das Werben um eine Weiterbeschäftigung älterer Lehrkräfte als auch die Weiterbildungsmaßnahmen.

Das Angebot richtet sich an Lehrkräfte, die das Lehramt an Gymnasien oder an Haupt- und Realschulen mit einem 2. Staatsexamen abgeschlossen haben, aber bislang noch kein Angebot für eine feste Stelle erhalten haben. Die Weiterbildung beginnt bereits am 1. Juni 2017 mit einer 14-monatigen Grundqualifizierung, die die Didaktik der Grundschule, Hospitationen sowie Grundlagen in den Unterrichtsfächern Deutsch, Mathematik und einem weiteren Fach umfasst. Am Ende stehen nach einem erfolgreich absolvierten Unterrichtsbesuch durch die Schulleiterin oder den Schulleiter der Erwerb eines Zertifikats und die Lehrbefähigung für Grundschulen. Die zweite Phase umfasst den eigentlichen Weiterbildungskurs mit einer Dauer von 24 Monaten und beinhaltet die grundschulrelevante Fachwissenschaft und die Grundschuldidaktik der drei Fächer. Sie endet mit der Prüfungsvorbereitung und einer Zusatzprüfung, die zum Erwerb des Lehramts an Grundschulen zusätzlich zum ursprünglich erworbenen Lehramt führt.

Einsatz im Unterricht ab Schuljahresbeginn und Aussicht auf Verbeamtung

Die Weiterbildung findet berufsbegleitend statt, so dass die Lehrkräfte nach einer kurzen Einführungsphase von Beginn des kommenden Schuljahres im August an eigenverantwortlich an einer Grundschule unterrichten werden. Die Unterrichtsverpflichtung beträgt dabei im ersten Schuljahr 20,5 Stunden wöchentlich (anstelle der regulären 28,5 [1]), ab dem zweiten Schuljahr dann 23,5 Wochenstunden. Die Einstellung erfolgt zunächst als Tarifbeschäftigter nach Entgeltgruppe E 11. Nach Bestehen der Zusatzprüfung erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Angebot zur Übernahme ins Beamtenverhältnis auf Probe und eine Besoldung nach A 12. Dafür verpflichten sich die Lehrkräfte nach Abschluss der Zusatzprüfung für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren als Grundschullehrkraft tätig zu sein. Danach besteht die Möglichkeit, in das ursprünglich erworbene Lehramt an Gymnasien oder an Haupt- und Realschulen zu wechseln.

Berufsbegleitende Weiterbildung auch für Förderschulpädagogik

Für denselben Personenkreis besteht als weiteres Angebot die Möglichkeit, sich zum Förderschullehrer oder zur Förderschullehrerin weiterbilden zu lassen. Dafür stellt die Hessische Lehrkräfteakademie 80 Plätze zur Verfügung. Die Gesamtdauer der Qualifizierung erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Schulhalbjahren und besteht aus schulpraktischen Studien, Pädagogik in den zwei Förderschwerpunkten Lernen sowie soziale und emotionale Entwicklung, sonderpädagogischer Psychologie und Diagnostik, Förderunterricht in Deutsch und Mathematik sowie weiterer relevanter Inhalte wie beispielsweise inklusive Unterrichtsgestaltung. Die Lehrkräfte führen neben der Qualifizierung eigenverantwortlichen Unterricht im Umfang  von 17,5 Pflichtstunden wöchentlich (anstelle der regulären 27,5 [2]) im Bereich der Förderschulpädagogik durch. Alle Bewerberinnen und Bewerber werden nach erfolgter Auswahl mit unbefristeten Arbeits­verträgen beschäftigt.

Die Einstellung erfolgt zunächst als Tarifbeschäftigter nach Entgeltgruppe E 13. Nach Bestehen der obligatorischen Zusatzprüfung besteht die Möglichkeit der Übernahme ins Beamtenverhältnis auf Probe und Besoldung nach A 13. Das Angebot beinhaltet auch hier die Verpflichtung, nach Abschluss der Zusatzprüfung für einen Zeitraum von mindestens vier Jahren als Förderschullehrkraft tätig zu sein. Danach besteht auch hier die Möglichkeit, in das ursprünglich erworbene Lehramt an Gymnasien oder an Haupt- und Realschulen zu wechseln.

„Die Weiterbildung ist für alle Lehrerinnen und Lehrer, die bislang noch keine Chance auf eine Festanstellung hatten, ein attraktives Angebot“, erklärte Kultusminister Lorz. „Neben der sofortigen Festanstellung im öffentlichen Dienst winkt nach erfolgreicher Zusatzprüfung schließlich auch die Verbeamtung und die Möglichkeit, mittelfristig in das ursprünglich erworbene Lehramt zu wechseln. Außerdem – und das möchte ich nicht verschweigen – helfen uns alle, die sich dafür interessieren und zum 1. Juni mit der Qualifizierung beginnen, unsere durchaus ehrgeizigen, aber pädagogisch wichtigen Ziele in der Unterrichtsversorgung auch im kommenden Schuljahr zu gewährleisten.“

[1] Pflichtstundenzahl für Grundschullehrkräfte ab 1. August 2017
[2] Pflichtstundenzahl für Förderschullehrkräfte ab 1. August 2017


Weiterführende Informationen:
Hessen sucht Grund- und Förderschulkräfte


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